1 Walnuss

Allgemeine Merkmale

Der Walnussbaum (Juglans regia), oft auch als Echte Walnuss oder Persische Walnuss bezeichnet, ist ein stattlicher Laubbaum, der zur Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae) gehört. Er kann eine Höhe von 20 bis 30 Metern erreichen und einen Stammdurchmesser von über 1,5 Metern ausbilden. Sein Wuchs ist breitkronig, ausladend und oft malerisch geformt, mit einer halbrunden bis unregelmäßigen Krone, die bei älteren Exemplaren weit in die Breite geht. Walnussbäume können mehrere Jahrhunderte alt werden, wobei einzelne Bäume ein Alter von 150–200 Jahren problemlos erreichen.

Stamm und Rinde

Der Stamm ist gerade und kräftig, oft schon früh frei von Ästen. Die Rinde ist bei jungen Bäumen glatt und graubraun, entwickelt jedoch mit zunehmendem Alter tiefe, längsgerichtete Furchen und eine dicke, dunklere Borke. Das Holz des Walnussbaumes gilt als eines der wertvollsten Edelhölzer: Es ist hart, zäh, feinporig, polierfähig und von braun bis schwarzbraun gemasert.

Blätter

Die Blätter sind unpaarig gefiedert und bestehen in der Regel aus fünf bis neun einzelnen Fiederblättchen. Jedes Blättchen ist länglich-oval, glatt und leicht glänzend, mit einem kräftigen Mittelrippenverlauf. Die Blätter verströmen beim Zerreiben einen charakteristischen, leicht herben Geruch. Im Austrieb zeigen sie oft eine leicht rötliche Färbung, bevor sie im Sommer sattgrün werden und im Herbst gelblich abfallen.

Blüten

Der Walnussbaum ist einhäusig, d.h. männliche und weibliche Blüten wachsen getrennt, aber am gleichen Baum.

  • Männliche Blüten: Sie erscheinen in langen, hängenden Kätzchen, meist im Mai.
  • Weibliche Blüten: Diese sitzen unscheinbar an den Enden junger Triebe und bestehen aus kleinen, grünen Fruchtknoten mit roten Narben.

Die Bestäubung erfolgt fast ausschließlich durch den Wind (Anemophilie).

Früchte

Die Frucht ist die bekannte Walnuss, botanisch betrachtet eine Scheinfrucht. Sie besteht aus einer grünen, lederigen Außenhülle (der sogenannten Fruchtschale), die beim Reifen aufspringt, und der harten, verholzten, unregelmäßig gerillten Schale. Im Inneren befindet sich der essbare Kern mit zwei Hirnhälften-ähnlichen Samenlappen, die reich an hochwertigen Ölen, Eiweißen und Mineralstoffen sind.

Die Reifezeit der Nüsse liegt je nach Standort zwischen Ende September und Oktober.

Wurzelsystem

Der Walnussbaum bildet ein tiefreichendes, kräftiges Wurzelsystem aus, das in jungen Jahren eine Pfahlwurzel besitzt. Mit zunehmendem Alter entwickeln sich mächtige Seitenwurzeln. Der Baum ist dadurch sehr standfest, benötigt aber ausreichend Platz und einen tiefgründigen, lockeren Boden.

Standortansprüche

Walnussbäume bevorzugen warme, sonnige Lagen mit nährstoffreichen, gut durchlüfteten Böden. Sie reagieren empfindlich auf Staunässe und schwere, verdichtete Erde. Spätfröste können die jungen Blätter und Blüten stark schädigen.

Ökologische und kulturelle Bedeutung

  • Ökologisch: Der Walnussbaum bietet mit seiner großen Krone Schatten und Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Die Blätter enthalten jedoch Juglon, eine Substanz, die das Wachstum vieler Pflanzen in unmittelbarer Umgebung hemmt.
  • Kulturell: Der Walnussbaum ist seit Jahrhunderten ein Symbol für Fruchtbarkeit, Weisheit und Reichtum. Sein Holz wird für Möbel, Gewehrschäfte und Kunsthandwerk verwendet, seine Früchte gehören weltweit zu den beliebtesten Nüssen.



Dieser Baum wurde im Andenken an Maren Wempe (*29.03.1973  - +06.07.2025) am 12.09.2025 gepflanzt.