8 Apfel "Gravensteiner"
Herkunft und Geschichte
Der Gravensteiner zählt zu den ältesten bekannten Kulturäpfeln Europas. Seine Ursprünge liegen vermutlich im 17. Jahrhundert in Südjütland (Dänemark), genauer in Gråsten („Gravenstein“), wovon er auch seinen Namen trägt. Er wurde schnell in ganz Nordeuropa beliebt und ist bis heute ein Klassiker unter den Tafel- und Wirtschaftsäpfeln.
Äußeres Erscheinungsbild
- Fruchtgröße: Mittelgroß bis sehr groß (oft unregelmäßig geformt).
- Form: Meist breit-rund, leicht kantig, oft asymmetrisch.
- Schale: Dünn, glatt, leicht fettig. Grundfarbe ist gelblich-grün, Sonnenseite mit kräftig roter bis streifiger Deckfarbe überzogen. Häufig mit rot verwaschenen Flecken und einer deutlichen Streifung.
- Stiel: Meist mittellang, in einer weiten, oft unregelmäßigen Stielgrube.
Fruchtfleisch und Geschmack
- Farbe: Weiß bis cremefarben.
- Konsistenz: Zart, saftig, locker, nicht mehlig.
- Geschmack: Sehr aromatisch, fein-säuerlich, süßlich, mit einem kräftigen Apfelduft. Er gilt als einer der geschmacklich besten Sommeräpfel.
Reifezeit und Verwendung
- Reife: Ab Ende August bis September pflückreif.
- Genussreife: Sofort nach der Ernte; lagerfähig höchstens bis Oktober (im Kühllager evtl. bis November).
- Verwendung: Universell. Hervorragend als Tafelapfel, für Kuchen, Apfelmus, Säfte und Cidre. Sein Aroma entfaltet sich besonders gut in der Verarbeitung.
Baum und Anbau
- Wuchs: Starker, breitkroniger Baum. Junge Bäume wachsen aufrecht, ältere entwickeln breite, hängende Kronen.
- Bodenansprüche: Liebt tiefgründige, nährstoffreiche Böden; empfindlich gegen Trockenheit.
- Krankheitsanfälligkeit: Leider recht anfällig für Schorf und Krebs, auch für Mehltau.
- Besonderheiten: Triploid – d. h. er ist kein guter Pollenspender und braucht Befruchtersorten wie James Grieve, Cox Orange oder Goldparmäne.
Charakteristik in Kürze
Der Gravensteiner ist ein Sommerapfel mit historischem Gewicht, aromatisch und beliebt, aber nur kurz lagerfähig und im Anbau anspruchsvoll. Er gilt als „Feinschmecker-Apfel“, der sich durch seine Saftigkeit und das intensive, leicht würzige Aroma von vielen modernen Sorten abhebt.
Dieser Apfelbaum wurde am 12.09.2025 im Namen der Evangelischen Kirchengemeinde an Aue und Fuhse gepflanzt.